Aktuelle Pressemitteilungen

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Stellungnahme zu „Bewohnerparken soll deutlich teurer werden“
Wormser for Future begrüßen Priorisierung des Klimaschutzes
Wormser for Future fragt: „Welchen Effekt hat das Wormser Klimaschutzkonzept?“
„Wormser for Future“ fordern eine Deeskalation beim Vorgehen gegen „Letzte Generation“
Stellungnahme zu Stadtratsbeschluss „Wohnquartier mit grünem Zentrum“
Pressemitteilung zu zwei künftigen Wohnsiedlungen für Worms
Pressemitteilung zum Gespräch mit Oberbürgermeister Kessel
„Was hat der Hitzeaktionsplan gebracht?“ in der WZ vom 12.12.22
„Gasmangel trifft städtische Gebäude“ in der WZ vom 12.08.22
Wormser for Future ruft auf zum Klimastreik 22.03.22
Tiefgarage Ludwigsplatz endlich schließen
Wormser for Future hinterfragt „Hofmanns Erzählungen“ zu Herrnsheimer Windrädern

Stellungnahme zu „Bewohnerparken soll deutlich teurer werden“

Endlich soll kostbarer öffentlicher Raum auch in Worms einen realistischen Preis bekommen. Die Initiative „Wormser for Future“ (WfF) begrüßt es daher ausdrücklich, dass die Stadtverwaltung die Jahresgebühren für das Bewohnerparken von30,70 Euro auf 360 Euro anheben will.
Nichts war bislang so günstig, wie Anwohnerparken in Worms, 8,4 Cent pro Tag! Das hat bei weitem noch nicht einmal die reinen Verwaltungskosten gedeckt.
Es ist für alle selbstverständlich, das Auto auf der Straße zu parken, selbst wenn eine Garage oder ein Hof vorhanden ist. Öffentlicher Raum übernimmt private Aufgaben.
„Die angedachten 360 Euro pro Jahr haben Tübinger Niveau. Dass der Innenstadtausschuss diese Neuregelung mit einer schrittweisen Umsetzung ab dem 1. Januar 2024 erfreulicherweise fast einmütig befürwortet hat, lässt hoffen, dass nun auch der Stadtrat zustimmt. Dazu ist allerdings eine Portion Mut vonnöten, denn die in der City wohnenden Bürger werden wohl nicht gerade begeistert sein“, betonen die WfF-Mitglieder.
Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund fordert die Gruppe „Wormser for Future“, dass eine solche „richtige und wichtige Maßnahme“ nicht isoliert bleiben darf.
Um die Innenstadt zu entlasten, damit attraktiver und lebenswerter zu machen, müssen die Alternativen zum motorisierten Individualverkehr (MIV) weiter und konsequenter ausgebaut werden. „Dazu müssen die Mehreinnahmen zielgerichtet jenen Maßnahmen zugutekommen, die eine wegen des Klimawandels immer drängender werdende Verkehrswende möglichst schnell und spürbar fördern. Das heißt, die Bedingungen für ÖPNV, Fuß- und Radverkehr müssen deutlich verbessert werden, um die notwendige Reduzierung des motorisierten Verkehrs zu erreichen“, fordert WfF. Dazu zähle natürlich auch, den Durchgangsverkehr aus der Innenstadt fernzuhalten und die Kernstadt weitgehend autofrei zu machen.
WfF hält es deshalb für wichtig, dass die Stadt den Wormser Bürger*innen transparent macht, warum das Anwohnerparken verteuert werden soll und dass dies im Rahmen eines veränderten Mobilitätskonzepts geschieht, das in das Klimaschutzkonzepts (KLIK 2) der Stadt eingebettet ist.
Kostenpflichtiges Bewohnerparken allerdings nur auf die Innenstadt zu beschränken, ist aus Sicht von WfF nicht zielführend und auch ungerecht den Bürgern und Bürgerinnen gegenüber, die in der City wohnen. Das „Zuparken“ öffentlichen Raums ist auch in den Vororten keine Bagatelle.
WfF fordert deshalb, dass das kostenpflichtige Anwohnerparken auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet wird. „Wahrscheinlich hätte das in den Vororten sogar größere positive Effekte, weil dann nämlich Garagen wieder zu Garagen würden. Und ja, möglicherweise führt das dann auch zum grundsätzlichen Nachdenken darüber, ob fast jede und jeder Erwachsene eines Haushalts auch ein eigenes Auto haben muss“, begründet WfF diese weitergehende Überlegung.
Anwohnerparken ist zwar nur ein kleiner Mosaikstein hin zur dringend notwendigen Verkehrswende, die ihren Beitrag für ein „treibhausgasneutrales“ Worms leisten muss, „Aber“, unterstreicht man bei WfF, „jedes noch so kleine Puzzleteil ist wichtig und notwendig“.

Wormser for Future begrüßen Priorisierung des Klimaschutzes

Positiv bewertet hat die Initiative Wormser for Future die Verlautbarung von OB Adolf Kessel (CDU) und des Stadtvorstandes zur Bedeutung von Klimaschutzmaßnahmen. Es sei erfreulich, dass die Stadt dem Kommunalen Klimapakt (KKP) beigetreten ist und damit zugesagt habe, das Ziel Treibhausgasneutralität bis spätestens 2040 zu verfolgen. „Wir begrüßen ausdrücklich diese Schritte in die richtige Richtung, nämlich alles zu tun, um die sich die zusehends verschärfende Klimakrise abzumildern“, urteilt Bernhard Susewind von Wormser for Future.

„Gerne würden wir die Priorisierung des Klimaschutzes, wie sie OB Kessel versprochen hat, ernst nehmen. Doch leider hat er einmal mehr keine konkreten Maßnahmen, die mit dem Stadtrat abgestimmt und umgesetzt werden, genannt, für uns sind das daher bislang leider nur Lippenbekenntnisse“, kritisiert Susewind, „zumal nach fast zwanzig Jahren Mitgliedschaft im Klima-Bündnis die CO2-Emissionen in Worms nur unwesentlich verringert wurden.“

Für OB Kessel und die Stadtverwaltung haben „der Klimaschutz und die Einsparung von CO2 höchste Priorität“, so ist in der Mitteilung zu lesen. Nach dieser klaren und eindeutigen Positionierung wünscht sich die Gruppe, dass nun endlich zügig konkrete Entscheidungen vorbereitet werden, die dieser Vorgabe entsprechen. „Vom Stadtrat erwarten wir entschlossene Schritte und mutige Beschlüsse hin zu einer klimagerechten, zukunftsfähigen und lebenswerten Stadt“, fordert Wormser for Future. In dem knappen Jahr bis zur Kommunalwahl müssten die Parteien zeigen: Sie nehmen ihre Verantwortung für eine sichere und gesunde Zukunft der Wormser Bevölkerung ernst. Konkrete Möglichkeiten der Umsetzung gibt es nach Ansicht der Gruppe genügend. Sie verweist auf die unverzichtbare Funktion des Mittelhahntals für das Stadtklima und als unversiegelte Fläche zur CO2-Speicherung. Deshalb dürfe dort auf keinen Fall ein Gewerbegebiet entstehen. Weiterhin sollte das Mobilitätskonzept mit deutlicher Ausweitung des ÖPNV, des Rad- und Fußverkehrs ein Zeichen setzen hin zu einer emissionsarmen Mobilität. Eine weitsichtige Stadtentwicklung setzt auf Innen- statt Außenentwicklung, zukunftsfähige Neubauten mit geringem Wärmeenergiebedarf und klimafreundliche Infrastrukturen.

Bürgermeisterin Stephanie Lohr (CDU), in deren Dezernat Klima und Umwelt fallen, fordert „von allen“ einen Beitrag zum Erreichen des Ziels. „Natürlich betrifft die Abkehr von fossilen Energien jeden. Auch ist es hilfreich, wenn von vielen die großen Vorteile einer klima- und umweltfreundlichen Lebensweise gesehen werden: Erträgliche Sommer, ausreichende Wasserverfügbarkeit, Lebensmittelsicherheit, bessere Luftqualität, Freizeit in naturnahen Landschaften, funktionierende Ökosysteme, zukunftsfähige Unternehmen.“ Aber weiterhin einen individuellen Ansatz verfolgen, auf Vorbilder vertrauen und abwarten, bis eine Mehrheit Klimaschutz einfordert, werde der Dringlichkeit des Kampfes gegen die Erderwärmung nicht gerecht. „Politik und Verwaltung müssen vorangehen, Visionen entwickeln, Ziele festschreiben und Leitplanken setzen“, fordert Wormser for Future und wartet deswegen ungeduldig und gespannt auf die schon lange versprochene, aber immer wieder verschobene finale Fassung des städtischen Klima- und Energieeffizient-Konzepts (KLIK2), mit der im Herbst entsprechende Maßnahmen als Position der gesamten Verwaltung dem Stadtrat zu Entscheidung vorgelegt werden sollen.
zum Artikel in der WZ vom 19.07.23

Wormser for Future fragt: „Welchen Effekt hat das Wormser Klimaschutzkonzept?“

Das Klimaschutzmanagement der Stadtverwaltung hat das Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzept mit Daten aus dem letzten Jahrzehnt fortgeschrieben und als KLIK2 im Umwelt- und Agrarausschuss vorgestellt. „Wieder zu spät, wieder unvollständig, wieder ohne Konzept und strategische Überlegungen, wie die Stadt die Klimakrise bewältigen will“, kritisiert die Initiative „Wormser for Future“ (WfF) die von den Ausschussmitgliedern unkommentierte Präsentation. „Auch das ist bezeichnend für das zögerliche Verhalten der Stadtratsmitglieder“, bemängelt Bertram Schmitt von WfF.

Die Initiative Wormser for Future hat die vorgelegten Ergebnisse und Schlussfolgerungen, die sich lediglich auf den Zeitraum von 2011 bis 2020 beziehen, genauer gesichtet und sieht hier dringenden Handlungsbedarf.
Die vorgelegten Daten zum Treibhausgasausstoß in Worms sind unsicher und ungenau, geben selbst die Verantwortlichen und das Klima-Bündnis zu, das federführend bei der Erstellung war. Trotzdem werden einige Schlussfolgerungen gezogen und Anregungen formuliert. Die Ergebnisse zeigen zunächst deutlich, dass auch Worms hinter den gesetzlich vorgeschriebenen Klimazielen hinterherhinkt. Insbesondere beim Einsatz erneuerbarer Energien im Strom- und Wärmebereich wird eine gewaltige Lücke diagnostiziert.

In der Ausschuss-Sitzung wurde öffentlich, dass sowohl der Energieverbrauch als auch die Treibhausgasemissionen in Worms sich im letzten Jahrzehnt erhöht haben. Zwar ist ein Großteil davon auf die hier ansässige Industrie zurückzuführen, die privaten Haushalte haben jedoch zwischen 2015 und 2018 ihre Treibhausgasemissionen um zwölf Prozent erhöht. Im Sektor Verkehr bleiben die Daten konstant, der Anteil liegt bei 20 Prozent. Ein Umschwung zeigt sich hier nicht. „Dabei hat hier die Stadt viele Möglichkeiten, den Energieverbrauch im Verkehr zum Teil ohne hohe Kosten zu senken. Das schon lange erwartete Mobilitätskonzept muss zu einer echten Verkehrswende führen“, fordert Bertram Schmitt für Wormser for Future.

Beim Anteil der erneuerbaren Energien im Strom- und Wärmebereich liegt Worms weit hinter vergleichbaren Kommunen im Land zurück. „Wenn bis 2040 weitgehend Klimaneutralität auch in Worms erreicht werden soll, wozu sich der Stadtrat mit dem Beitritt zum kommunalen Klimapakt bekannt hat, müssen rasch eine Vielzahl von Maßnahmen in vielen Bereichen umgesetzt werden“, mahnt die Initiative Wormser for Future.

„Es müssen schnell und mutig große Schritte gegangen werden, um die fossile Ära zu beenden“, so Bertram Schmitt. In KLIK2 wird konkret die Förderung klimafreundlicher Verkehrsträger empfohlen. Was das konkret bedeutet, werde nicht ausgeführt und ein Zusammenhang zum zu erwartenden Mobilitätskonzept fehlt. Aktuell diskutiert wird der Wärmebereich in Gebäuden. Neben der Vorgabe in neuen Bebauungsplänen wie „In den Lüssen“ und „Gleisdreieck Rheindürkheim“ könne auch in Bestandsgebäuden mithilfe von Wärmeplänen und gemeinschaftlichem Vorgehen Ängste der Eigentümer reduziert werden. Es wird vorgeschlagen, neben Wärmepumpen insbesondere mit Wärmenetzen und Geothermie-Anlagen zu einer fossilfreien Wärmeversorgung zu kommen.

Nach Ankündigung des Klimaschutzmanagers Hassel sollen für das erneut angekündigte „finale Dokument“ alle relevanten Abteilungen der Stadtverwaltung eingebunden werden, um eine „vereinte Position der gesamten Verwaltung“ wiederzugeben. Dazu Schmitt: „Wir fragen uns, wie ein Mitarbeiter der Abteilung Umwelt und Landwirtschaft diese Mammutaufgabe schaffen soll. Hier fordern wir eine zentrale Stelle, die an der Spitze der Stadtverwaltung angesiedelt ist.“ Damit könne erreicht werden, dass Klimaschutz als Querschnittsaufgabe verstanden wird, die alle Bereiche der Stadtverwaltung beschäftigen müsse. Aktuell arbeiten zwei voll ausgelastete Mitarbeiter:innen im Bereich Umwelt und Landwirtschaft des Dezernates Öffentliche Sicherheit und Ordnung von Bürgermeisterin Stephanie Lohr. Die Stadtentwicklung, Planen und Bauen und das Gebäudemanagement sind beim Dezernenten Timo Horst angesiedelt, zu dem auch die Verantwortung für das Mobilitätskonzept gehört. Außer einer engeren Verzahnung müssten hier deutlich mehr Stellen geschaffen werden, um schneller zu Ergebnissen zu kommen.

„Die Aufgaben, die jetzt offensichtlich und immer drängender werden, müssen in einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Stadtverwaltung, Stadtrat und Bürgerinnen und Bürgern kraftvoll angepackt werden. Dabei müssen auch immer Fragen des sozialen Ausgleichs mitgedacht werden. Jedes Zögern und Abwarten führt zu Verteuerungen, die sich niemand wünschen kann“, streicht Schmitt heraus. Die Gruppe „Wormser for Future“ sei bereit, hier konstruktiv mitzuarbeiten.

„Wormser for Future“ fordern eine Deeskalation beim Vorgehen gegen „Letzte Generation“

Die Initiative „Wormser for Future“ fordert eine Mäßigung im Umgang mit der „Letzten Generation“. Die Einstufung als kriminelle Vereinigung hält sie für völlig überzogen und offensichtlich politisch motiviert. Von einer erheblichen Gefahr für die öffentliche Sicherheit auszugehen, ist abwegig. Sie müsste aber für diesen Tatvorwurf vorhanden sein. „Wormser for Future“ solidarisiert sich mit den Zielen der Klimaschützer, erklärt sich aber nicht mit den Protestformen der Aktivisten einverstanden, die wiederholt und bewusst die Grenze zur Strafbarkeit überschritten. Dies hat verbreitet zu Unmut und teilweise gewalttätigen Reaktionen geführt. Einige Politiker und Medien haben sich daraufhin für harte Reaktionen und ein kompromissloses Vorgehen gegen die Aktivisten ausgesprochen. Kürzlich ordnete die Generalstaatsanwaltschaft in München bundesweite Razzien an und bezeichnete die Gruppe zu Beginn der Aktion vorschnell als „kriminelle Vereinigung“. Die „Wormser for Future“ halten diese Vorgehensweise für völlig unangemessen und nur als politisch motivierte Strategie erklärbar. Sie sehen die Gefahr einer Eskalation auf beiden Seiten. Politikerinnen und Politiker sowie Medienvertreter rufen sie auf, sich ernsthaft mit den Zielen der „Letzten Generation“ zu beschäftigen und mit ihnen das Gespräch zu suchen: „Das führt unsere Gesellschaft und den Diskurs weiter, anstelle die Letzte Generation zu kriminalisieren, als Extremisten zu verunglimpfen und zum Teil präventiv zu inhaftieren“, urteilt Bernhard Susewind von „Wormser for Future“. „Tatsächlich fordern die Aktivisten im Grunde die Einhaltung von Gesetzen und berufen sich explizit auf das Grundgesetz: Nach Artikel §20a schützt der Staat auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen (…) im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung (…)“. Als Konsequenz des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts von 2021, das die Freiheitsrechte künftiger Generationen durch unser gegenwärtiges Handeln gefährdet sieht, fordern die „Wormser for Future“ die Einhaltung des gültigen Bundes-Klimaschutzgesetzes. In ihm ist die Verringerung der Treibhausgasemissionen verbindlich festgeschrieben.
„Angesichts der sich verschärfenden Erderhitzung halten wir es für erschreckend, dass Teile der Politik sich mit drastischen Worten gegen die „Letzte Generation“ positionieren, anstatt den Klimaschutz konsequent voranzutreiben,“ so „Wormser for Future“. „Wir machen uns große Sorgen, dass Politikerinnen und Politiker sowie Interessenvertreter der fossilen Wirtschaft mithilfe der Medien und nun auch der Justiz Ressentiments gegen Klimaschutzmaßnahmen fördern und notwendige Schritte dadurch ausbremsen.“, äußert sich Susewind. „Uns scheint es so, dass hier eigene Versäumnisse vertuscht und von den erforderlichen Veränderungen abgelenkt werden sollen.“ Schnelle und mutige Schritte hin zu mehr wirksamen Klimaschutz sind unverzichtbar, will man die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindern. Dies muss verstärkt öffentlich und ehrlich kommuniziert werden. Hierzu versucht die Gruppe „Wormser for Future“ ihren Beitrag zu leisten. Große Aufgaben stellen sich dazu auch für die Stadt Worms, die sich jüngst zur Klimaneutralität bis 2040 verpflichtet hat.

Stellungnahme zu Stadtratsbeschluss „Wohnquartier mit grünem Zentrum“

Die Schaffung von Neubaugebieten wie in den Lüssen oder in Rheindürkheim heißt natürlich auch wieder Versiegelung freier Flächen. „Wir tragen die Entwicklung dieser neuen Wohnquartiere dennoch mit, weil in Worms dringend Wohnraum geschaffen werden
muss und dort auch sozial geförderter Wohnungsbau realisiert werden soll. Wir fordern jedoch für diese Neubaugebiete, aber auch für die in der Innenstadt gelegenen Neubaugebiete Gerberpark, ehemals Nibelungencenter, und das Licht-Luftbad-Quartier
auf dem früheren Rheinmöve-Gelände, dass klimaneutrales, im besten Fall klimapositivesBauen oberste Priorität haben muss, also dort im besten Fall mehr Energie gewonnen als verbraucht wird“, kommentiert Günter Niederhöfer, Mitstreiter bei Wormser for Future
(WfF), die jüngsten Beschlüsse des Stadtrates. Sind diese Quartiere umgesetzt, müsse es ein Ende haben mit der Ausweisung von neuen Baugebieten, fordert die Initiative Wormser for Future. In Zukunft müsse der Leitgedanken „Innen- vor Außenentwicklung“ wieder
größeres Gewicht bekommen, also die Schließung von Brachen und Baulücken in bestehenden Quartieren.
Klimaneutrales Bauen muss aus Sicht von WfF ganzheitlich und zukunftsfähig gedacht werden.Schon bei der Planung müsse frühzeitig auch über den Rückbau der Gebäude nachgedacht werden, über deren Ausrichtung und über die Art der Baustoffe. Weitere
Forderungen: Die Energieversorgung erzeugt im Idealfall mehr Energie als verbraucht wird. Ein Grauwassernetz in allen Gebäuden nutzt Regenwasser, um kostbares Trinkwasser einzusparen. Versickerungsflächen für Regenwasser und grüne Oasen innerhalb der Quartiere vermeiden Hitzeinseln. In den Quartieren wird motorisierter Verkehr möglichst vermieden. Dadurch wird auch die Aufenthaltsqualität erhöht, aber auch Begegnungsorte in grünen Zentren geschaffen. Klimaneutrale Quartiere dürfen keine Oasen finanzkräftiger Minderheiten werden. 25-prozentiger Sozialer Wohnungsbau hat auch für WfF oberste Priorität. Der ÖPNV und ein gut ausgebautes Radwegenetz in die Innenstadt beziehungsweise zum Bahnhof sind für klimaneutrale Wohnquartiere unabdingbar.
Klimaneutrales Bauen scheint auf den ersten Blick teuer. Deshalb müssten, so WfF, die Kosten, aber auch die Einsparpotentiale transparent und objektiv nachvollziehbar für mögliche Investoren dargestellt werden. „Wir haben die einmalige Gelegenheit, klimaneutrale, attraktive, ja visionäre Wohnquartiere zu schaffen für ein zukunftsfähiges Worms“, möchte Wormser for Future
den Verantwortlichen Mut für zukunftsweisende Entscheidungen machen. Dazu zählt auch, auf das geplante, in einer Frischluftschneise liegende Gewerbegebiet „Mittelhahntal“ zu verzichten. „Unsere Enkelkinder werden uns dafür sehr dankbar sein.“

Pressemitteilung zu zwei künftigen Wohnsiedlungen für Worms

Die Initiative „Wormser for Future“ sieht in den jetzt öffentlich präsentierten Planungen zweier neuer Wohngebiete in den Lüssen (Nordendsiedlung) und im Rheindürkheimer Gleisdreieck eine gute Möglichkeit, zukunftsweisendes und klimagerechtes Bauen umzusetzen.
„In Zeiten der Klimakrise und ihrer Bekämpfung, zu der sich auch die Stadt mit dem Beitritt zum kommunalen Klimapakt verpflichtet hat, müssen Neubaugebiete und neue Gewerbeflächen besonders kritisch gesehen werden“, urteilt Bernhard Susewind in einer Stellungnahme der Gruppe, die sich für ein nachhaltiges, klimagerechtes und zukunftsfähiges Worms einsetzt.
Jede neue Planung müsse sicherstellen, dass der Ausstoß von Treibhausgasen in der Stadt etwa bei Energie- und Wärmeversorgung und bei Emissionen des Verkehrs drastisch reduziert wird.
Bei den in dieser Zeitung vorgestellten Planungen sieht die Initiative gute Ansätze: Die vorgesehene „grüne Mitte“ in den Lüssen etwa und die damit verbundene Möglichkeit, der sich verschärfenden Wasser- und Biodiversitätskrise entgegenzuwirken, gingen in die richtige Richtung, so Susewind.
Neben den angedachten Quartiersgaragen könnten auch eine gute ÖPNV-Anbindung und Radwege den motorisierten Individualverkehr in den neuen Wohngebieten reduzieren. Dies könne zu einer erhöhten Aufenthalts- und Lebensqualität führen und die Attraktivität der neuen Siedlungen erhöhen. „Wir sind gespannt und interessiert, wie hier die Planungen weitergeführt werden“, urteilt Susewind. „Wir fordern von der Stadt, von Anfang an klimaneutrales Bauen ins Zentrum aller Überlegungen zu stellen. Worms kann und muss in Rheindürkheim wie in Neuhausen beweisen, dass klimaneutrales Bauen, Wohnen und Leben auch in unserer Stadt kein Lippenbekenntnis bleibt.“
Klimaneutrales Bauen bedeutet aus Sicht von „Wormser for Future“, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen.
Das heißt: Von der Planung, vom Bau bis zum Rückbau von Gebäuden ökologisch, nachhaltig und klimaneutral zu agieren.  Bei der Energieversorgung werde dadurch im Idealfall mehr Energie im Quartier erzeugt als verbraucht. Fotovoltaik auf allen Dächern oder der Einsatz kalter Nahwärmenetze müsse überall verpflichtend umgesetzt werden.
Außerdem sollte an ein Grauwassernetz gedacht werden, gespeist aus Regenwasser, um beispielsweise bei der WC-Spülung kostbares Trinkwasser einzusparen, fordert „Wormser for Future“ für die genannten Neubaugebiete. Versickerungsflächen von Regenwasser innerhalb der Quartiere und das Vermeiden von Hitzeinseln seien ebenfalls Pflicht.
Die Minimierung von motorisiertem Verkehr und eine optimale Anbindung an die Innenstadt mit Rad und ÖPNV, die Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch weniger Verkehr, mehr grüne Oasen und  Begegnungsorte sowie die Verwirklichung von 25 Prozent sozial gefördertem Wohnungsbau ist nach Auffassung von WfF „wünschenswert und notwendig“. Aber diese Wohngebäude sollten nicht als „Lärmriegel“ an den Rand der Siedlung gedrängt werden.
Klimaneutrales Bauen scheint auf den ersten Blick teurer. „Deshalb müssen transparent und objektiv nachvollziehbar die Kosten, aber auch die Einsparpotentiale dargestellt werden. Die Stadt und die Investoren haben hier die einmalige Chance, klimaneutrales Bauen, Wohnen und Leben in zwei Neubausiedlungen umzusetzen.
Dies“, so fordert die Initiative abschließend, „sollte aber auch der Auftakt dafür sein, um  in bestehenden Wohngebieten ebenfalls nach neuen klimaneutralen Lösungen zu suchen“.

Link zum Bericht der Wormser Zeitung vom 31.03.2023

01.03.2023
WfF
überreicht
unterschriebene Karten

Briefe vom 23.01.23 und 20.02.23 – Vorbereitung für unser Treffen mit Herrn OB Kessel am 01.03.23

Worms, den 01.03.2023

Pressemitteilung zum Gespräch mit Oberbürgermeister Kessel

Viele Wormser sind unzufrieden mit der Klimaschutzpolitik, die Stadtrat und Stadtverwaltung zu verantworten haben. Um diesem Unmut Ausdruck zu verleihen, hatte die Gruppe „Wormser for Future“ (WfF) bei ihren letzten Veranstaltungen eine Unterschriftenaktion gestartet. Darin werden die Verantwortlichen aufgefordert, bei allen politischen Entscheidungen dafür zu sorgen, dass das Einhalten des im Pariser Abkommen fixierten 1,5-Grad-Ziels ab sofort oberste Priorität haben muss. Aufgereiht auf einer langen Leine übergaben WfF-Vertreter jetzt diese Kärtchen im Rathaus an OB Adolf Kessel (CDU).

Beim anschließenden Gespräch versicherte Kessel, dass der Klimaschutz mittlerweile ganz oben angesiedelt sei. So habe der Stadtrat gerade beschlossen, dem Kommunalen Klimapakt beizutreten. Damit sei das Ziel verbunden, die Stadt bis 2040 klimaneutral zu machen. „Dazu müssen aber der CO2-Ausstoß drastisch vermindert und der Energieverbrauch erheblich reduziert werden. Mit dem Tempo, das bisher an den Tag gelegt wurde, schaffen wir das nie“, hielt die Gruppe dem Oberbürgermeister vor. Kessel wiederum wies daraufhin, wie schwer es sei, mit einem gerade erst aufs Äußerste zusammengestrichenen Sparhaushalt Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. „So haben wir vor, einen dritten Klimaschutzmanager einzustellen, können dies aber nicht tun, weil die Aufsichtsbehörde ADD unseren Haushalt noch nicht genehmigt hat“, nannte Kessel als Beispiel.

Weil die Gruppe „Wormser for Future“ diese Nöte kennt, hat sie einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der auch mit geringem Finanzaufwand große Wirkung entfalten kann. Beispielsweise, wenn man die Kernstadt innerhalb des Parkringes weitgehend autofrei machen würde, Innenstadtstraßen wie die Stephansgasse sperren, Parkgebühren erhöhen, das Anwohnerparken verteuern, dafür aber den ÖPNV ausbauen würde. Hintergrund ist, dass der Verkehr laut Angaben im aktuellen „Spiegel“ mit 147 Millionen Tonnen Treibhausgasen einen Anteil von fast 20 Prozent an Deutschlands Kohlendioxidausstoß hat. Kessel zeigte sich offen für diesen Vorschlag. „Da wollen wir hin“, versicherte er.

 „Hitzeinseln“ wie Bahnhofsvorplatz oder Ludwigsplatz zu begrünen, etwa durch die Einrichtung von „grünen Wohnzimmern“, sei in der Planung. Losgehen könnte es mit dem Neumarkt, beantwortete er auch diese WfF-Forderung positiv. Ein Innenstadtquartier beispielhaft auszuwählen, um dort die Sanierung im Bestand zu erproben mit dem Ziel, dort Klimaneutralität zu erreichen – auch diese Idee bezeichnete der OB als interessant. Er versprach, dass die Stadtverwaltung dies für das Sanierungsgebiet „Grüne Schiene – soziale Stadt“ entlang der Bahnlinie, also im Bereich Güterhallenstraße und Nordend, prüfen wolle. Geeignet seien vermutlich auch der Dombezirk oder das Hochstift-Areal.

„Wormser for Future“ bat den Stadtchef, in der zweiten Hälfte seiner achtjährigen Amtszeit den „Klimaschutz“ zur Chefsache zu machen. Kessel, der aus Altersgründen nicht wiedergewählt werden kann, sei deshalb in der Lage, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und unpopuläre Maßnahmen anzustoßen, um das in einer Hitzezone befindliche Worms auch in Zukunft lebenswert zu erhalten. Der WfF-Forderung, im Rathaus eine Stabsabteilung Klimaschutz einzurichten, erteilte er allerdings eine Absage, weil er dies für uneffektiv hält. Wohl aber versprach er, das Thema künftig bei gemeinsamen Runden von Stadtvorstand und Bereichsleitern zu vertiefen. Die WfF-Vertreter ermunterten den OB ausdrücklich, die Bekämpfung der Klimakrise zur Chefsache zu machen, künftig offensiver in Sachen Klimaschutz aufzutreten, die Bevölkerung häufiger über diese immer drängender werdende Thematik zu informieren, zu sensibilisieren und zum Mitmachen zu bewegen.

Worms, den 15.12.2022

Pressemitteilung zum Artikel
„Was hat der Hitzeaktionsplan gebracht?“ in der WZ vom 12.12.22

Link zum Artikel der Wormser Zeitung
Artikel und Pressemitteilung als PDF -Datei

Die Stadt Worms hat in den letzten drei Jahren einen Katalog mit Maßnahmen erarbeitet, wie die Bevölkerung bei Hitzewellen im Sommer geschützt werden kann und was die Bürger selbst tun können. Bei der Abschlussveranstaltung zum Projekt „Hitze Sicher Worms“ im „Wormser“ sei die Stadt dafür zu Recht gelobt worden, urteilt Bernhard Susewind, Mitglied der Gruppe „Wormser for Future“. Angesichts des sich zunehmend verschärfenden Klimawandels sei es sehr wichtig zu wissen, wie sich insbesondere vulnerable Gruppen – etwa Kleinkinder, chronisch Erkrankte und ältere Menschen – bei Hitzewellen verhalten sollen und wo man Hilfe erhalten kann. „Weil bislang leider viel zu wenig geschehen ist, die Klimakrise zu bewältigen, ist es einfach zwingend nötig, sich auf Extremwetterereignisse vorzubereiten. Und dass hier Worms bundesweit eine Vorreiterrolle übernommen hat, ist sehr zu begrüßen“, urteilt Bernhard Susewind.

„Aber man hat bei dieser Veranstaltung auch erfahren, dass es etwa zwei Jahre Vorlaufzeit brauchte, bis das Projekt genehmigt wurde. Insgesamt dauerte der Prozess 30 Monate!“ Eine Zeit, die angesichts extrem knapper personeller Ressourcen in der Stadtverwaltung an anderer Stelle eingespart werden musste. Es sei eine „bittere Erkenntnis“, dass es nicht gelungen sei, die Klimaerwärmung zu verhindern und man deshalb solche Hitzeaktionspläne entwickeln müsse, räumte denn auch Bürgermeisterin Stephanie Lohr ein.

„Und genau hier setzt unsere Kritik an“, hält Susewind ihr und der Stadtverwaltung vor. „Der Hitzeaktionsplan beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Klimakrise, nicht mit den Ursachen. Es wird deshalb höchste Zeit, endlich das städtische Klimaschutzkonzept fertigzustellen und rasch entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Auch in Worms werden deutlich zu viel Treibhausgase ausgestoßen, um das Pariser 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.“ Besagtes Klimaschutzkonzept beziehungsweise dessen Fortschreibung hätte schon lange veröffentlicht werden sollen. „Jetzt ist es für das Frühjahr angekündigt“, kritisiert „Wormser for Future“ heftig, dass wieder viel zu viel Zeit ungenutzt vergehe. Dabei gelte es zu verhindern, dass in nicht allzu ferner Zukunft bitter erkannt werden muss: Der Hitzeaktionsplan konnte nicht verhindern, dass wegen enormer Hitzewellen Häuser und Quartiere in der Stadt zeitweise nicht mehr bewohnbar wurden.

Eine im „Wormser“ präsentierte Karte zeigte, wie stark sich die Innenstadtklimatope, also Gebiete mit hoher Betroffenheit, zukünftig gerade in der südlichen Innenstadt ausweiten werden. Diese liegen weniger als ein Kilometer entfernt von der aktuell landwirtschaftlich genutzten Fläche des Mittelhahntals. „Dass hier nun die Stadtverwaltung prüft, ein Gewerbegebiet zuzulassen und damit große Flächen zu versiegeln, ist absurd und konterkariert den gerade gefeierten Hitzeaktionsplan“, bemängelt Susewind. Die Gruppe „Wormser for Future“ fordert daher von Stadtverwaltung und Stadtrat, bedingungslos die Ursachen der Klimakrise in den Mittelpunkt zu stellen, endlich Klimaschutz als Gesundheitsschutz zu begreifen und alles zu tun, damit Leben in Worms in Zukunft sicher, gesund, nachhaltig und klimagerecht werden kann.

Worms, den 13.08.2022

Stellungnahme zum Artikel
„Gasmangel trifft städtische Gebäude“ in der WZ vom 12.08.22

Link zum Artikel in der Wormser Zeitung

Seit rund 20 Jahren habe die Stadt Worms ihre CO2-Emissionen um fast 40 Prozent gesenkt. „Das liest sich gut. Sobald man aber nachrechnet, stellt man fest, dass die Stadt bei gleichem Tempo noch 30 Jahre bräuchte, um bei CO2-Neutralität anzukommen. Also viel zu lange“, kritisiert Bertram Schmitt von der Gruppe „Wormser for Future“ Aussagen von Adolf Kessel im WZ-Artikel „Gasmangel trifft städtische Gebäude“, worin sich der OB zu Energiemanagement und Treibhausgasemissionen der Stadt geäußert hat.

Wie dringend ein Umsteuern vor Ort ist, zeigen die Daten für Worms 2018, die dem Programm „Klimaschutzplaner“ (https://www.klimaschutz-planer.de/) des Klima-Bündnisses zu entnehmen sind. Die Stadt ist dort Mitglied.

Danach werden fast 1,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent ausgestoßen, einschließlich der Abgaben der ansässigen Industrie. „Das sind umgerechnet 15 Tonnen pro Einwohner. Der Ausstoß von Treibhausgasen (THG) muss viel schneller, als es das Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzept KLIK der Stadt vorsieht, auf null gesenkt werden“, fordert „Wormser for Future“. In diesem Papier ist auch vorgesehen, dass Worms alle fünf Jahre den Ausstoß von THG um zehn Prozent senkt. „Es lässt sich leicht ausrechnen, dass wir so erst im Jahr 2055 bei THG-Neutralität landen. Um die Erderwärmung auf 1,75 Grad zu begrenzen, bleibt aber nur noch ein Rest-CO2-Budget von etwa sieben Millionen Tonnen für Worms. Das langt bei 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr gerade mal für fünf bis sechs Jahre“, stellt Bertram Schmitt fest.

Die Umrüstung von Bestandsgebäuden mit Fotovoltaik werde unter anderem durch das Haushaltsrecht behindert, argumentiert OB Kessel. Abgesehen von der Frage, was die anderen Gründe sind, sei darauf hingewiesen, dass „Wormser for Future“ mit Mainzer Klima-Aktiven bei der Landesregierung eine Resolution eingereicht und diese auch dem OB am 17. Dezember übergeben hat. „Vom Stadtvorstand haben wir bisher leider noch keine Hinweise gehört, ob man dieses Anliegen aktiv unterstützt“, bedauert man bei der WfF-Gruppe.

Klimaschutz in Rheinland-Pfalz müsse aber unbedingt zur kommunalen Pflichtaufgabe werden.  Diese werde jedoch nur dann wirksam, wenn Aufgabenfelder, Ziele und vor allem die Finanzierung für die  Kommunen klar umrissen und abgegrenzt seien. „Nur so kann vermieden werden, dass Klimaschutz als unbestimmter Rechtsbegriff zu neuen Unklarheiten insbesondere über Zuständigkeiten zwischen Land und Kommunen führt und die dringend erforderlichen Impulse ausbleiben beziehungsweise aufgrund der Unklarheiten ins Leere laufen“, halten die WfF-Vertreter der Stadt und der Landesregierung vor.

OB Kessel habe eingeräumt, dass das Energiemanagement in der Stadtverwaltung lange unterbesetzt war. Er hoffe jetzt auf die Arbeit der neuen Energie-Controllerin und die neue Energiesoftware, heißt es im Artikel weiter. „Unser Eindruck ist, dass die städtischen Klimamanager Mergner und Hassel ebenfalls dringend personelle Verstärkung bräuchten“, urteilt man bei „Wormser for Future“.

Die letzte Erhebung und Analyse der Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen erfolgte 2018. Für den Herbst 2022 – also vier Jahre später! – erhofft man sich, den Stand der erreichten Umsetzung der bereits eingeleiteten Maßnahmen und die Entwicklung der CO₂-Emissionen in Worms mit der Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts KLIK den städtischen Gremien und der Öffentlichkeit vorlegen zu können. „Aber auch das dauert viel zu lange. Eine transparente Klimapolitik muss anders aussehen. Fachleute von Science for Future gehen von der Notwendigkeit jährlicher Analyse und Anpassung von Maßnahmen zur Reduzierung von CO2- Äquivalenten aus“, hält Bertram Schmitt den Verantwortlichen im Rathaus vor.

Die Klimamanager sollen einerseits die Bewusstseinsbildung für Klimaschutzmaßnahmen in der Bevölkerung und in Stadtrat und Verwaltung voranbringen. Die Ausarbeitung des kürzlich groß vorgestellten Hitzeaktionsplans oblag ihnen sicher auch. Und dann sollen sie auch noch Stadtvorstand und Stadtrat von der Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen zur Erreichung der THG-Neutralität bis 2035 überzeugen. Viel zu viel Arbeit für zwei Menschen. „Um dringend notwendige Maßnahmen schnell, sachkundig und effektiv voranzutreiben, braucht man einfach mehr Personal. Noch besser: man muss in der Verwaltung umschichten, indem der Klimaschutz zur zentralen Aufgabe für alle Abteilungen der Stadtverwaltung wird “, fordert „Wormser for Future“. „Sonst hinkt die Stadt den seit 2004 angekündigten Ansprüchen in Sachen Klimaschutz weiter gewaltig hinterher.“

Wurnde am 13.08.22 zur WZ und NK zur Veröffentlichung gemailt

Worms, den 22.03.2022

Wormser for Future ruft auf zum Klimastreik

Für Freitag, 25. März, hat „Fridays for Future“ zum globalen Klimastreik aufgerufen. In Worms beginnt die Demo um 10 Uhr am St.-Albans-Platz (Bahnhofsvorplatz). Von dort ziehen die Demonstranten durch die Stadt, vorbei an Karmeliter Realschule plus und Nibelungen Realschule plus zum Marktplatz.

Die Wormser Gruppe „Wormser for Future“ (WfF) wird sich ebenfalls aktiv beteiligen und ruft alle Bürger aus Worms und dem Umland auf, sich mit den jungen Leuten und deren Zielen solidarisch zu zeigen.

„Obwohl wir jetzt schon über zwei Jahre mit der Corona-Pandemie leben müssen und trotz des grausamen Kriegs in der Ukraine, der unser aller Solidarität verlangt, müssen wir auch in Worms daran mithelfen, dass unsere Stadt ihren Beitrag zur Vermeidung der Klimakatastrophe leistet. Denn wenn wir die Auswirkungen des Klimawandels nicht in den Griff bekommen, dann wird dies ebenfalls furchtbare Folgen haben“, urteilt Günter Niederhöfer, Mitglied bei „Wormser for Future“, einer Gruppe engagierter Wormser Bürgerinnen und Bürger, die sich für den Klimaschutz in unserer Stadt einsetzt.

„Uns geht die Umsetzung klimarelevanter Maßnahmen viel zu langsam, uns läuft die Zeit weg. Überschwemmungen an der Ahr, Starkregen, Hitzerekorde, Dürren, Wasserknappheit, was tun wir dagegen? Auch in Worms?“, fragt Niederhöfer in Richtung Stadtverwaltung und Kommunalpolitik.

„Egal ob Mobilitätskonzept, Radwegenetz, Ausbau regenerativer Energie – alles dauert in Worms immer endlos lang, wird verbürokratisiert oder im Stadtrat zerredet. Wir müssen handeln, und zwar schnell“, fordert „Wormser for Future“ mehr Dampf, auch von Industrie, Gewerbe und letztlich auch von den Bürgern.

Vor allem die neu gewählten Dezernenten Stephanie Lohr (CDU) und Timo Horst (SPD) seien jetzt gefordert, zukunftsfähige Konzepte und Strategien zu entwickeln.

„Um ein starkes Zeichen zu setzen für mehr Klimaschutz, sollten am Freitag möglichst viele Menschen zum Bahnhof kommen“, fordert „Wormser for Future“.

Worms, den 10.02.2022

Tiefgarage Ludwigsplatz endlich schließen

„Die leidige Diskussion um die Tiefgarage Ludwigsplatz macht wieder einmal deutlich, dass eine Verkehrswende dringlicher denn je in unserer Stadt ist“, urteilt Günter Niederhöfer, Mitglied der neugegründeten Gruppe „Wormser for Future“ und einer der Sprecher der Umwelt- und Verkehrsverbände ADFC, BUND, NABU und VCD. Die genannten Organisationen fordern die Stadt auf, die marode Tiefgarage endlich zu schließen und alle Sanierungs- oder Neubaupläne aufzugeben.

Heute werde das Auto noch zu etwa zwei Drittel für die innerstädtische Wegenutzung in Worms genutzt, erläutert Niederhöfer. Bis 2030 soll diese Marke auf zirka 50 Prozent sinken, die Rad- und ÖPNV-Anteile sollen deutlich steigen und damit die Kernstadt entlasten und die Schadstoffemissionen signifikant reduziert werden. „Das hat der Stadtrat Ende 2021 mit dem Mobilitätskonzept verabschiedet. Die Klimaneutralität bis 2045 ist auch für Worms erklärtes Ziel.“

Unter diesen Voraussetzungen stellt sich die Option einer Sanierung der Tiefgarage in nicht abzuschätzender Millionenhöhe für „Wormser for future“ überhaupt nichtmehr. Selbst die 70.000 Euro für ein Gutachten sind für die Aktionsgruppe rausgeworfenes Geld. „Dass auch das Verfüllen Millionen verschlingt, wird fürWorms zwar immer noch ein Kraftakt, ist aber alternativlos“, urteilt Günter Niederhöfer.

Mit einem „neuen“, wieder „standsicheren“ Ludwigsplatz bieten sich große Chancen, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt deutlich aufzuwerten. „Gestaltung, Atmosphäre, Flair und Erlebnischarakter machen eine attraktive Innenstadt aus, locken mehr Wormser, aber auch Auswärtige zum Verweilen, vor allem aber auch zum Einkaufen in das Zentrum, das stärkt den Einzelhandel. Der dann wiedervielfältig nutzbare Ludwigsplatz könnte dazu einen großen Beitrag leisten“, glauben die Mitglieder von „Wormser for Future“:

Der Wegfall der Parkplätze in der Tiefgarage wird für die dort eingemieteten Dauerparker ein spürbarer Verlust darstellen, deshalb müsse für sie eine Lösung gefunden werden, fordert Niederhöfer. „Alle anderen, die mit dem Auto in die Stadt fahren, finden in den Parkhäusern am Parkring eine Vielzahl von Parkmöglichkeiten.

Alle Punkte unserer Innenstadt sind fußläufig von jedem Parkhaus in zehn bis 15 Minuten zu erreichen. Für Menschen mit Gehbehinderung stehen eine Reihe von Außen-Parkplätzen zur Verfügung. Auf die Tiefgarage Ludwigsplatz kann Worms also durchaus verzichten.“

Wormser for Future hinterfragt „Hofmanns Erzählungen“ zu Herrnsheimer Windrädern

„Wir machen es zu unserer gemeinsamen Mission, den Ausbau der Erneuerbaren Energien drastisch zu beschleunigen und alle Hürden und Hemmnisse aus dem Weg zu räumen.“ So steht es im Koalitionsvertrag der neuen Ampelregierung. „Aber was tut Heinrich Hofmann, energiepolitischer Sprecher des FDP-Kreisvorstandes? Stolz verkündet er im Nibelungenkurier, dass er als Mitglied einer Bürgerinitiative Pläne zu Fall bringen möchte, drei alte, auf der Herrnsheimer Höhe stehende Windkraftanlagen durch zwei höhere und wesentlich leistungsstärkere zu ersetzen“, kritisiert Bernhard Susewind, Mitglied der neu gegründeten Gruppe „Wormser for Future“, die Haltung des Liberalen.

„Die FDP hat sich als Teil der neuen Bundesregierung verpflichtet, die immer dramatischer aufscheinende Klimakrise zu bekämpfen und den dringend notwendigen Umstieg auf regenerative Energien voranzutreiben. Das, was Heinrich Hofmann tut, ist genau das Gegenteil.“ Erstaunlich sei es, dass ausgerechnet aus der FDP kritisiert wird, wenn ein mittelständiges Unternehmen (in diesem Fall Juwi aus Wörrstadt) Geld mit seinen Anlagen verdienen will. „Wormser for Future“ begrüße ausdrücklich dieses Engagement, zumal die Ortsgemeinden am Ertrag beteiligt werden sollen und vor allem ein Gewinn für den Klimaschutz dabei herauskommt. „Aber selbst in seiner eigenen Partei findet Hofmann ganz offensichtlich kein Gehör.“

„Weniger Umdrehungen und weniger Lärm: Das bedeutet auch eine geringere Belastung für Anwohner, Tier- und Pflanzenwelt“, argumentiert die Gruppe „Wormser for Future“. Nach derzeitigem Stand der nationalen und internationalen Forschung gebe es keine Belege für gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Windenergieanlagen. Vom Abtrag krebserregender Stoffe von den Rotoren könne keine Rede sein. Diese seien lackiert und vergleichbar mit den Tragflügeln von Verkehrsflugzeugen, und auch von diesen ginge kein Abrieb aus.

Die Bundesregierung habe zurecht beschlossen, Atommeiler und Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen. „Aber dazu ist es zwingend erforderlich, die regenerative Energieerzeugung zu forcieren und die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.“ Außerdem habe sich die Stadtverwaltung auf ihre Fahnen geschrieben, die Stromversorgung aller Haushalte in Worms bis 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. „Hier hilft auch der von Hofmann angeführte ´Dual Fluid Reaktor´ nicht weiter, wenn er überhaupt jemals funktionieren und gebaut werden wird. Hinter dieser Idee steckt der Versuch, mit traumhaften Projekten abzulenken von den notwendigen Veränderungen hin zur Klimaneutralität“, äußert sich die Gruppe „Wormser for Future“ zu den Vorstellungen Hofmanns. Notwendig sei es zu erkennen, dass alle eine Mitverantwortung dafür haben, dass ein sicheres und friedvolles Leben in Zukunft möglich bleibt. „Hier bleibt Herr Hofmann eine Antwort schuldig“, bemängelt Susewind. „Er steht sogar im Gegensatz zum Koalitionsvertrag, den seine Partei auf Bundesebene unterschrieben hat.“